Montag, 20. Juli 2009

Politsche Verhältnisse:

Liberales Bürgertum und Studenten reagierten anders als die Mehrheit des Volkes auf die politischen Verhältnisse der Restaurationszeit. Während sich auf der einen Seite Wirtschaft, Technik und Industrie rasant weiterentwickelten, blieben das Bürgertum - und natürlich das sich langsam entwickelnde Proletariat - von der Möglichkeit politischer Gestaltung ausgeschlossen. Soziale Not und Unzufriedenheit mit der politischen Unterdrückung stiegen im Lauf der Zeit immer weiter an; es kam vereinzelt zu Aufständen bzw. politischen Aktionen (Hambacher Fest 1832) und schließlich 1848 - im Gefolge der französischen Julirevolution 1830 - zur Märzrevolution, die in den Hauptstädten fast aller deutschen Bundesstaaten zu Reformen (liberale Verfassungen) und in Deutschland zur Wahl der Frankfurter Nationalversammlung führte. In Wien kam es zum Sturz Metternichs.

Mit Vormärz verbindet man also fortschrittliche Tendenzen - etwa ab dem Jahr 1815 - und eine Literatur mit liberalen, später sozialpolitischen, teilweise radikaldemokratisch-kommunistischen Zielen.


Namensgebung

Als Junges Deutschland wird eine lose Vereinigung von politisch engagierten Schriftstellern bezeichnet, denen Ludolf Wienbarg den Namen gab: "Dem jungen Deutschland, nicht dem alten widme ich diese Buch."

Samstag, 18. Juli 2009

Vormärz

Der März 1848 - also der Monat, in dem die in Paris ausgebrochene Revolution nach Berlin kam - dient als Endpunkt des Epochenbegriff Vormärz, der in der französischen Juli-Revolution 1830 seinen Ausgangspunkt hat.
In allen europäischen Ländern wurde die Epoche von zwei großen historischen Kräften erfaßt: vom Nationalismus, dessen Verhältnis zur tatsächlichen deutschen Reichsgründung 1871 zum Problem werden sollte, und vom Liberalismus, der in verschiedenen Schattierungen, vom gemäßigten Konstitutionalismus bis hin zum Kommunismus, an der Überwindung des Feudalsystems bzw. des Absolutismus arbeitete.

Die traditionelle Literaturgeschichtsschreibung hebt im Vormärz besonders die Gruppierung "Junges Deutschland" hervor. Diese Gruppe - 1835 unter gesamtdeutsches Publikationsverbot gestellt - war aber weitgehend eine Erfindung der Zensur, denn die Beziehungen unter den Autoren - Karl Gutzkow, Heinrich Heine, Heinrich Laube, Theodor Mundt, Ludolf Wienbarg - waren äußerst locker. Dennoch markieren diese Autoren (wie etwa auch Ludwig Börne und Georg Büchner) einen entscheidenden Wendepunkt im deutschen Kulturleben, und zwar unter drei verschiedenen Aspekten:

1. Aktualisierung und Politisierung der schrifts
tellerischen Praxis: Sie zeigte sich in der Fortführung und im Ausbau der publizistischen Tradition seit der Aufklärung und in der aktiven Teilnahme am Literaturmarkt. Der diesbezügliche Lernprozeß, den viele - in erster Linie aber Heine und Börne - in ihrem Exil in Paris durchmachten, wirkte sich auf die ganze Gruppe aus. Dies war - unter anderem - der Grund für den immer wieder gemachten Vorwurf einer 'Überfremdung' der Gruppe.

2. Orientierung der Literatur an Zeit - und Gesellschaftskritik - hier versuchten die Autoren, die weltfremd gewordenen Traditionen der deutschen Klassik und Romantik durch die Teilnahme an der - von den Bürgern bewußt mitzugestaltenden - Geschichte zu erneuern.

3. Teilnahme von Schriftstellern an den modernen, sozial orientierten philosophischen Strömungen der Zeit: Hier spielten nicht nur der Saint-Simonismus, sondern auch die Religions- und Moralkritik im Umkreis der Junghegelianer (besonders Ludwig Feuerbach) eine bedeutende Rolle.
Vertreter des Vormärz
Ferdinand Freiligrath (1810-1876)
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Heinrich Heine (1797-1856)
Georg Herwegh (1817-1875)
Georg Weerth (1822-1856)
Ernst Willkomm (1810-1886)

Werke des Vormärz
Unpolitische Lieder (1840/41) - Fallersleben
Das Lied der Deutschen (1841) - Fallersleben
Gedichte eines Lebendigen (1841) - Herwegh
Aufruf (1841) - Herwegh
Die schlesischen Weber (1844) - Heine
Deutschland. Ein Wintermärchen (1844) - Heine
Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben (1847/48) - Weerth
Romanzero (1851) - Heine
Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (1863) - Herwegh
Vertreter des Jungen Deutschlands
Georg Büchner (1813-1837)
Christian Dietrich Grabbe (1801-1836)
Karl Gutzkow (1811-1878)
Heinrich Heine (1797-1856)
Heinrich Laube (1806-1884)
Theodor Mundt (1809-1861)
Ernst Willkomm (1810-1886)
Ludwig Börne (1786-1837)

Werke des Jungen Deutschlands
Reisebilder. Erster Teil (1826) - Heine
Die Heimkehr
Die Harzreise
Die Nordsee
Reisebilder. Zweiter Teil (1827) - Heine
Die Nordsee
Ideen. Das Buch Le Grand
Neuer Frühling
Buch der Lieder (1827) - Heine
Don Juan und Faust (1829)- Grabbe
Reisebilder. Dritter Teil (1830) - Heine
Die Reise von München nach Genua
Die Bäder von Lukka
Napoleon oder Die hundert Tage (1831) - Grabbe
Der Hessische Landbote (1834) - Büchner
Dantons Tod (1835) - Büchner
Woyzeck (1836) - Büchner
Die Romantische Schule (1836) - Heine
Lenz (1839) - Büchner

Donnerstag, 2. Juli 2009

Einige charakteristische Merkmale der Literatur der "Jungdeutschen":


- sie waren gegen die traditionellen Formen der Literatur, wie die Erlebnislyrik
- sie schrieben meistens erzählende Literatur, z.B. Geschichten und Romane
- ihre Literatur sollte gesellschaftlich und politisch engagiert sein
- sie schrieben die Geschichte ihrer Epoche
- Sprache: provozierend, satirisch, salopp



Die "Jungdeutschen" begannen außerdem den deutschen Journalismus, da sie ihre politischen Ideen in Zeitungen und Broschüren veröffentlicht haben.